Kofferschaden reklamieren – wie geht das?

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Wie man einen Schaden am Koffer richtig reklamiert und was dabei zu beachten ist, erklären wir hier ausführlich. Wir liefern zudem eine praktische Checkliste mit den für die Reklamation wichtigen Schritten.

Koffer kaputt? Das muss man zu Garantie, Reklamation und Schadenersatz kaputter Gepäckstücke wissen!

Gebrauchsgegenstände wie Koffer, Reisetasche oder Rucksack gehen auch mal kaputt. Dieser Ratgeber erklärt, was zu tun ist, wenn das Reisegepäck unterwegs Schaden nimmt. Außerdem wird aufgezeigt, was man tun sollte, wenn Gepäckstücke schon nach kurzem Gebrauch kaputt gehen oder von Anfang an Material- oder Verarbeitungsfehler aufweisen.

Es gibt einige Gründe dafür, dass Gepäckstücke kaputt gehen. Meist sind Mängel an Koffern, Reisetaschen und Rucksäcken eine normale Folge ihres häufigen Gebrauchs (Stichworte: Abnutzung, Verschleiß) oder ihrer unsachgemäßen Behandlung – sowohl seitens der Reisenden selbst als auch seitens derer, die sich während der Reise um den Transport des Gepäcks kümmern (sogenannte Beförderer), zum Beispiel Fluggesellschaften, Reedereien oder Busunternehmen. Seltener sind Mängel auf Materialfehler oder Verarbeitungsfehler zurückzuführen.

Was zu tun ist, wenn Reisekoffer, Taschen und Rucksäcke bei Gebrauch kaputt gehen oder von Anfang an kaputt sind, hängt davon ab,

  • welcher Schaden
  • wann


auftritt.

Das Gepäckstück geht unterwegs kaputt (Transportschaden)

Laut einer Studie des IT-Airline-Dienstleisters Sita wurden 2017 im weltweiten Luftverkehr so wenige Gepäckstücke wie nie zuvor gestohlen, stark beschädigt oder deutlich verspätet ausgehändigt. In Ziffern ausgedrückt seien 5,57 Fälle pro 1.000 Passagiere verbucht worden, von denen der Großteil (etwa vier Fünftel) verspätet zugestellt worden war. Pi mal Daumen wird nur einer von 1.000 aufgegebenen Koffern beschädigt – doch wen juckt schon die Statistik, wenn der eigene Reisekoffer kaputt auf dem Gepäckband liegt? 

Für den Fall, dass aufgegebene Koffer, Reisetaschen oder Rucksäcke beschädigt sind, zum Beispiel ist

  • die Hartschale des Koffers an einer Ecke zersplittert
  • das Koffergestänge verbogen
  • eine Laufrolle aus dem Trolley gebrochen
  • die Reisetasche zerrissen
  • der Rucksackverschluss zerstört


sollte man sofort handeln: Denn für die Schadensmeldung hat ein Fluggast nur sieben Tage Zeit. Danach erlischt der Anspruch auf Schadenersatz. Bei verspätet ausgehändigtem Gepäck, das beschädigt wurde, verlängert sich die Meldefrist auf 21 Tage.

Koffer liegt kaputt auf dem Laufband - das ist bei Transportschäden zu tun

  • Wegen der kurzen Meldefrist für beschädigte Koffer ist es ratsam, seine aufgegebenen Reisekoffer, Taschen und Rucksäcke noch in der Gepäckausgabe auf Schäden (gegebenenfalls auch noch vor dem Passieren der Zollabfertigung) zu prüfen.
  • Sollten dabei Transportschäden auffallen, sind diese unmittelbar mündlich und schriftlich beim Informationsstand des jeweiligen Beförderers oder am Gepäckschalter „Lost & Found“ zu melden. Wer sich die Schäden dort schriftlich bestätigen lässt, macht alles richtig.
  • Sofort gemeldete Schäden werden erfahrungsgemäß schnell und großzügig reguliert.
  • Im Vorteil ist auch derjenige, der extra eine Gepäckversicherung abgeschlossen hat. Sie haftet bis zum vollen Wert des Koffers.


Das beschädigte Gepäckstück sollte aufbewahrt werden, bis die Angelegenheit vom Tisch ist, da so manche Fluggesellschaft Sachverständige einsetzt, die den tatsächlichen Schaden prüfen.

Grundlage für die Schadenersatzansprüche ist das Warschauer Abkommen. Demnach haften die Fluggesellschaften nicht nur für den Gepäckverlust, sondern auch für die Beschädigung von Reisegepäck. Wozu man wissen muss, dass diese internationale Vereinbarung mehrere Jahrzehnte alt ist und nur geringe Entschädigungssummen vorsieht. Gemäß Artikel 22 des Warschauer Abkommens beträgt die Haftungsgrenze für verloren gegangenes oder beschädigtes Gepäck 27,35 Euro pro Kilogramm. Wer 20 Kilogramm Freigepäck dabei hat, kann also mit höchstens 547 Euro rechnen.

tippNach der Schadensmeldung bei der Fluggesellschaft kann diese versuchen, nachzuweisen, dass der Schaden schon bei der Aufgabe des Reisegepäcks vorlag. Das gelingt ihr nicht, wenn man das einwandfreie Gepäck bei Aufgabe zur Sicherheit fotografiert und die Bilder bei der Schadensmeldung als Beweis mit vorlegt.
Das Gepäckstück geht nach kurzem Gebrauch kaputt
Wenn ein Koffer schon nach kurzem Gebrauch Mängel zeigt, lässt er sich reklamieren. Hier kommt es vor allem darauf an, wann der Kofferschaden bemerkt wird: Man hat gesetzlichen Anspruch auf Gewährleistung, wenn der Kauf keine zwei Jahre zurückliegt.

Anspruch auf Gewährleistung oder auf Garantie – worauf soll man bei kaputten Koffern pochen? Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistung gibt es noch die Garantie. Diese ist eine freiwillige Sache des Herstellers. Gewährt er eine Garantie, räumt der Hersteller sie nach seinen Bedingungen ein. Im Fall eines schadhaften Koffers ist daher stets individuell zu prüfen, ob man sich besser auf die Gewährleistung oder eine gegebenenfalls gewährte Garantie beruft.

Gut zu wissen:
travelite gewährt – je nach Gepäckstück – eine Garantielaufzeit von zwei bis drei Jahren. Ein Blick auf den Garantiezettel zeigt die genaue Laufzeit. Reklamierbar sind Materialfehler und Defekte infolge mangelhafter Verarbeitung, nicht jedoch die Schäden, die infolge von unsachgemäßer Behandlung, Überlastung, Unfällen, normalem Gebrauch (Abnutzung, Verschleiß) oder unsachgemäßem Transport durch Dritte entstehen. Ansprechpartner für die Garantie-Ansprüche ist der Verkäufer.

Kaputten Koffer reklamieren – so geht’s richtig! (Checkliste für die Reklamation)

  • Weisen Koffer, Reisetasche oder Rucksack Mängel auf, die reklamiert werden sollen, rät die Verbraucherzentrale (VZ) zu folgendem Vorgehen:
  • Die Reklamation muss innerhalb der Gewährleistungsfrist erfolgen. Die gilt in der Regel zwei Jahre ab dem Zeitpunkt, an dem einem der Koffer übergeben wurde. Am besten hebt man daher vorsorglich den Kaufbeleg für den Koffer auf.

    Gut zu wissen: Bei Reisegepäckstücken von travelite steckt in der Regel eine travelite-Garantiekarte im Produktanhänger: Ausgefüllt und abgestempelt gilt sie zusammen mit dem Kassenbon als Kaufnachweis für die Garantie. Gibt es keine Garantiekarte, reicht auch der Kassenbon als Nachweis.
  • Die Reklamation richtet sich an den Verkäufer des Koffers: Er ist Ansprechpartner für alle Gewährleistungsfragen. Während des ersten halben Jahres nach Erhalt des Koffers wird gesetzlich vermutet, dass der aufgetretene Kofferschaden schon beim Kauf vorlag. Anschließend liegt die Beweislast beim Käufer: Er muss nachweisen, dass der Schaden von Anfang an bestand.
  • Der Verkäufer ist aufzufordern, den kaputten Koffer innerhalb einer Frist (in der Regel eine bis zwei Wochen) entweder zu reparieren oder einen neuen Koffer zu liefern. Sämtliche Kosten für Transport, Arbeitsleistung und Materialien trägt der Verkäufer. Der Käufer kann zwischen Ersatz und Reparatur wählen.
  • Wird mündlich reklamiert, geht man mit einer Gesprächsnotiz mit Namen des Gesprächspartners, Datum und Gesprächsinhalt auf Nummer sicher. Noch besser ist eine schriftliche Reklamation per Post (Einschreiben) oder per E-Mail, wobei man eine Kopie behält.
  • Ins Reklamationsschreiben gehören: Datum, Kauf-/Lieferdaten, konkrete Beschreibung des Schadens. Auch hier ist eine Frist zu setzen (siehe oben). Reagiert der Verkäufer innerhalb der Frist nicht oder scheitert die gewünschte Reparatur, kann man vom Kaufvertrag zurücktreten. Oder eine Minderung des Kaufpreises geltend machen. Auch Schadensersatz und Aufwendungsersatz kommen in Betracht.

Das Gepäckstück ist von Anfang an mangelhaft oder kaputt

Es kann sein, dass die Materialien, aus denen das Reisegepäck gemacht ist, von minderwertiger Qualität sind. Oder das Gepäckstück ist fehlerhaft verarbeitet worden. Beide Schadensursachen – Materialfehler und Verarbeitungsfehler – sind dem Hersteller anzukreiden. Sie können jedoch nahezu ausgeschlossen werden, wenn der Hersteller bei der Auswahl seiner Kofferrohstoffe und bei deren Verarbeitung auf hohe Qualität achtet und die fertigen Gepäckstücke einer strengen Funktions- und Qualitätskontrolle unterzieht, bevor sie in den Handel kommen.

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infotravelite prüft die Produktion seiner Reisegepäckstücke ständig. Die strenge Kontrolle beginnt bei der Auswahl der Rohmaterialien und Accessoires für das travelite-Gepäck, setzt sich während der Fertigung desselben fort und endet schließlich mit einer gründlichen Endkontrolle. Nicht zu vergessen: Der travelite-Härtetest, bei dem das Gepäck von travelite beweisen muss, dass es das Zeug zum Reisebegleiter hat, auf den man sich lange Zeit unbesorgt verlassen kann.
tippSchon beim Kofferkauf im Geschäft oder bei Lieferung des online erworbenen Koffers sollte man diesen auf optische und funktionale Mängel prüfen: Funktionieren die Reißverschlüsse Sind alle Gurte einwandfrei befestigt und lassen sie sich problemlos verschließen? Ist das Innenleben (Innenfächer und -taschen) fehlerfrei verarbeitet? Sind außen Mängel zu sehen? Laufen die Rollen reibungslos? Sind Tragegriffe und Gestänge einwandfrei zu bedienen?

Wer auf Material- und/oder Verarbeitungsfehler stößt, kann von seinem Recht auf Reklamation Gebrauch machen – am besten sofort! Zeigt sich ein Lieferant ungeduldig und lässt er einem keine Zeit zur Prüfung des gelieferten Koffers? Dann vermerkt man das am besten auf der Lieferbestätigung und reklamiert den Kofferschaden anschließend beim Händler.

Wie das Reklamieren kaputter Koffer richtig geht, steht oben.